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Mischgefühle

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Ich weiß nicht mit welchen meiner Gefühle ich beginnen sollte. Seit dem Tod meines Vaters ist mir bewusst, wie nahe die unterschiedlichen Empfindungen liegen. Die Liebe zu meiner Frau und das lange Leiden, bis zum gänzlichen einschlafen meines Vaters.

Durch eine schicksalshafte Fügung lernte ich meine liebste Frau kennen, magengeschwürartiges Gefühl hatte ich, als sie mich zu sich zum Essen eingeladen hatte. Dieses gleiche Gefühl hatte ich, als der Arzt den Zustand meines Vaters erklärte. Bei meiner liebsten Frau empfand ich sämtliche hoch Gefühle, bei meinem Vater tiefsten Trauer, als die Ärzte zur Überzeugung gekommen waren, dass er nur mehr wenige Monate zu leben hatte. Metastasen in der Lunge, war die Diagnose, sie füllen sich mit Wasser, er wird ersticken. Niedergeschlagen bat ich um jene Behandlungen die sein Leiden lindern sollten. Drei oder vier Tage vor seinem Tod, schlief er immer wieder für lange Zeit ein, wenn er erwachte blickte er verwundert um sich, als könnte er mit Mühe Ort und Personen erkennen und wäre erstaunt, noch am Leben zu sein. Er sagte einmal zu mir: " Immer wenn ich Gott rufe, ist er entweder in Urlaub oder er hebt nicht ab! " Ab da, war mir bewußt das er wissend sein Ende sah, er kämpfte nicht mehr dagegen an. Den Trost den ich mir bei meiner liebsten Frau holte, war ein Mischgefühl zwischen süßen Leben und bitteren Tod. Wir planten unsere Zukunft, erfüllten glücklich unsere Wünsche und im Spital ging das Leben eines hervorragenden Menschen zu Ende. Sein Körper verfiel immer mehr, wenn ich ihm ab und zu unter die Schulter an den Armen ergriff, nur ihn zu heben um ihm den Polster zu richten, konnte ich mit meiner Hand seinen ganzen Arm umfassen, den Arm eines Mannes, der seiner Zeit ganz kräftig gewesen war. Manchmal fühlte ich mich versucht, ihn zu streicheln obwohl diese Gefühlsäußerungen zwischen uns nie üblich gewesen waren, tat ich es trotzdem und er dankte es mir mit einem leichten seufzer. So wie meine liebste Frau meine Berührungen genoß, lag er regungslos im Krankenbett. Wie unterschiedlich sind die Gesten bei gleicher Handlung. Das Gefühl von Mitleid und zugleich heilloser Traurigkeit, was ich die ganze Zeit über hatte, da ich seinen nutzlosen Kampf mit dem Tod zu sah, überkam mich immer häufiger und immer stärker. Ich fühlte keinen Schmerz beim Gedanken, dass er sterben müsse, im Gegenteil, ich wünschte das sein Leiden so bald wie möglich zu Ende ginge. Am letzten Tag vor seinem Tod, lag er ganz friedlich im Spitalsbett, es war möglich das trotz des Erlöschens jeder physischen Energie, noch Erinnerungen, Überlegungen, Gedanken durch seinen Sinn gingen die für ihn vielleicht sehr wichtig oder gar angenehm waren. Sein ununterbrochenes Röcheln setzte ab und zu aus und beendete es am folgenden morgen drei Uhr früh.

Ich glaube, ich hab ein einziges mal wegen dem Tod meines Vaters geweint. All zu viele und all zu große Leiden hatte ihm das Leben gebracht. Wenn ich heute an seinem Grab stehe, denke ich an ihn und meiner Kinderzeit zurück und ich dann die Hand meiner liebsten Frau nehme, weiss ich das hier das Leben ist, wir wünschen uns Kinder der Kreislauf vom Leben und Tod, das Auf und Ab der Gefühle. Was mögen sie denken und empfinden meine Kinder, wenn sie vor meinem Grab stehen werden.

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Kommentare

  • Seelenspiegel
    „Manchmal“, sagt sie „schneide ich Zwiebel nur um weinen zu können.“ Ein Zigarettenstummel klebt an ihren rauen Lippen.
  • Moderne Zeiten in der Krise
    Oder: Wir spüren den Wind des Wandels. Einfach zum Nachdenken.
  • Es ist nie zu spät für alles
    Vier Briefumschläge halte ich in der Hand. Welchen soll ich nehmen? Es fröstelt mich und meine Finger sind kalt und steif. Der Wind, es ist Oktober, bläst eisig und stürmisch.

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