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Meine letzten 12 Jahre als Albtraum

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Prolog

Diese Geschichte geht an die Diejenigen, die auch die gleichen Erfahrungen durch gemacht haben oder gerade durch machen. Sie sollte nicht spannend werden.

Mit Ihr möchte ich schildern, wie ich als Betroffene mich aus dem Teufelskreis zwischen Hoffen und Bangen, zwischen grenzenloser Leidenschaft und abgrundtiefer Liebesverzweiflung befreit habe – und damit allen Frauen/ und vielleicht auch Männern dieser Welt Anstoß gebe, die eigene Situation zu überdenken.

Ich hab irgendwann angefangen, meine Erinnerungen, Eindrücke und Gefühle fest zu halten.

An wen richtet sich diese Buchempfehlung?

* Für verzweifelte Frauen, die einen Ausweg aus einer zerstörerischen Beziehung suchen

*Für Frauen, die sich aus ihrem Schattendasein befreit haben, aber ihrer Liebe nachtrauern

*Für Frauen, die von ihren Männern betrogen wurden und der Geliebten die Schuld zuschreiben

*Für Männer, die wissen wollen oder sollen, wie sehr ihre Frau unter ihrer Situation leiden

Aber zuerst möchte ich mich bei Euch vorstellen.

Mein Name ist Doreen, ich bin 39 Jahre alt und seit drei Jahren Alleinerziehende Mutter von zwei Kindern.

Im Jahr 2013 habe ich mich von meinem Mann und Vater unserer Kinder scheiden lassen. Ich habe das alleinige Sorgerecht für unsere beiden gemeinsamen Kinder bekommen.

Da das Alleinsein schwer ist und mein Bruder, Marcus, damals eine Wohnung gesucht hatte, bot ich ihm an, in meiner nun für mich zu groß gewordenen Wohnung zu leben.

Er hat mir geholfen mit meiner Situation, in der ich war, um zu gehen. Mein Bruder gab mir Kraft, und auch jetzt immer noch, die ich gebraucht hatte. Bei der Erziehung unterstützt er mich bis heute noch sehr, wofür ich ihm sehr dankbar bin.

"Egal wie schlimm es war, denn einen Ausweg gibt es immer, wenn man die richtigen Freunde hat"

ICH BIN STOLZ DAS ICH DIE MUTTER MEINER KINDER SEIN DARF

I love my children!!!!

Kapitel 1

Verliebt sein, Hochzeit und mein Leben als Ehefrau

Im Jahr 2001 trennte ich mich von meiner langjährigen Beziehung. Schöne 10 Jahre waren es gewesen. Mir hat es fast den Boden unter den Füßen weg gezogen, da es kurz vor der von uns geplanten Hochzeit war. Meine damals beste Freundin hat mir meinen Verlobten ausgespannt. Danach war die Zeit, 1 Jahr, lang wie ein Albtraum für mich.

Ich hatte mich richtig hängen lassen, war gar nicht mehr "Ich" selbst und hatte irgendwie wegen dieser gescheiterten Beziehung keinen Bock mehr auf vieles, dass ich sonst so gemacht hatte. Die Angst war in meinen Augen geschrieben, dass ich mich nie mehr in einen anderen Mann verlieben könnte und immer diesem Fluch ausgesetzt bin.

Aber dann hat das Schicksal mich getroffen, wie gesagt nach diesem einem Jahr. Es war der 05.02.2002 ein Dienstag. Ich suchte mir als Abwechslung eine neue Arbeitsstelle in einer Eisdiele, und somit nahm mein Schicksal seinen Lauf.

Sein Name ist Stefano

Schon beim Vorstellungsgespräch sah ich "Ihn", auch als zukünftigen Arbeitskollegen, er ist Marokkaner und heute der Vater meiner beiden Kinder. Das schönste Gefühl auf der Welt ist es, frisch verliebt zu sein. Das war wie mehrere Energiedrinks auf einmal, mit Flügel an den Armen.

Hals über Kopf ineinander vernarrt. Herzrasen, schweißnasse Hände, Schmetterlinge im Bauch, permanent dieses aufgeregte und glückliche Gefühl, das war unglaublich

Ich meinte, er hätte sich auch in mich verliebt. Die gute Nachricht. Gefühle wie Vertrautheit, Intimität und das Gefühl, dass er es ehrlich meint, waren ihm gegenüber da. Wir trafen uns dann immer öfter nach unserer Arbeit in einem Lokal, und waren dabei immer sehr verliebt. Ich war sehr verliebt in Stefano.

Dann kam der erste Kuss, den ich nie vergessen werde. Stefano konnte sehr gut küssen. Oja. Sogar sehr leidenschaftlich. Seit diesem Tag, das war der 12.02.2002 ein Dienstag, waren wir dann auch ein Paar.

"Ein Kuss ist eigentlich immer etwas Schönes, ein Zeichen der Liebe"

Auch in der Kuss-Technik haben Männer andere Vorlieben. Laut der Studie muss ein Kuss für einen Mann feucht und intensiv sein, während es den Damen nur auf gefühlvolle Zungenspiele mit zärtlichen Gesten ankommt

Mein neuer Freund stellte mich zwei Geschwister vor, die hier in Deutschland, in Heidelberg lebten. Seinen Bruder Amine und seine Cousine Hind. Ich hatte von Ihnen einen guten Eindruck bekommen, was sich aber leider in den nächsten Jahren geändert hatte. Warum erfahrt Ihr später.

Dieses Verliebt sein, auf Wolke Sieben zu schweben, war ein sehr schönes Gefühl. Ich hatte dieses Gefühl einfach zugelassen. Wieder einmal von Jemanden in den Arm genommen und auch von diesem geliebt zu werden, war ein richtig schönes Gefühl, dass mich auch sicher machte. Wir trafen uns dann immer öfter, bis wir dann eines Tages entschieden, dass wir ohne Einander nicht mehr können, und zogen zusammen.

Meinen Eltern, meiner Oma und meinen Freunden habe ich von diesem Glück, dass ich jetzt einen neuen Partner habe, erzählt. Nur meine Eltern wollten und konnten sich auch nicht damit anfreunden, dass ich mit einem Ausländer zusammen bin, und nicht mit einem Deutschen. Sie waren schon immer ausländerfeindlich und hatten gegen diese auch eine bestimmte Abneigung.

Ausländer sind auch nur Menschen und Menschen genauso wie wir Deutsche. Ob Weiß, Schwarz, Ausländer, oder ein Mensch mit Behinderung sind alle gleich

"Damals wusste ich noch nicht, dass diese Beziehung auf keinen guten Stern stehen würde"

Trotzdem war ich damals am Anfang der Beziehung, ich spreche von dem jetzigen Vater meiner beiden Kinder. Ich liebte Stefano sehr, und dennoch war ich verletzlich, wegen der gescheiterten zehn jährigen Beziehung vor ihm, was er auch von mir bemerkte.

Am Anfang unserer Beziehung merkte ich noch nicht, dass mein Freund nur meine Verletzlichkeit ausnutzte und aus mir die Dumme machte, die auf ihm hereingefallen war. Ich war mir bei dieser Beziehung einfach sicher, dass diese auch ernst von ihm gemeint wäre. Ich wollte dieser Beziehung eine Chance geben, da ich Angst hatte, dies vielleicht zu bereuen. So schaute ich positiv nach vorn.

Bei Menschen, bei denen Beziehungen immer wieder in gleicher Weise unglücklich verlaufen, haben in Wirklichkeit starke Bindungsängste. Wenn ich mich verlasse, bin ich verlassen. Angst vor Abhängigkeit und Zurückweisung sind die Folge. Es folgen Monate voll Glück und Leidenschaft. Doch irgendwann kommt jede Beziehung in ruhigere Fahrwasser – und genau diese Ruhe ist für Sie wie Stillstand, und Sie finden sie unerträglich

Interessehalber wollte ich darüber hinaus wissen, was seine Eltern zu unserer Beziehung für eine Meinung hätten. Mich seinen Eltern vorzustellen, war ihm aber nicht wichtig genug. Auf diese Antwort suchte Stefano nur Ausreden, ich zitiere: "Ich möchte mir dafür noch Zeit lassen". Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, dass mein Freund nur einen Nutzen in dieser Beziehung suchte, weil er bestimmt durch mich ein Aufenthaltsrecht wollte.

"Wenn er mich lieben würde, würde er …Meine Beziehung? Wir reden eigentlich kaum miteinander darüber– er nimmt sich einfach keine Zeit dafür"

Da kam die rosarote Sonnenbrille zum Einsatz

Ich sah in meinem Freund einen guten Zuhörer mit Verständnis. Seine Liebe und Zuwendung taten mir sehr gut, so das ich mich immer mehr in ihn verliebte und ich mich auf ihn eingelassen hatte. Wir hatten viele Gemeinsamkeiten, viel gemeinsame Freude zu verschiedenen Dingen, aber jeder hat auch immer was für sich gemacht.

Den Alltag wieder wie ein normaler Mensch zu bestreiten, war ein gutes Gefühl. Ich hatte Schmetterlinge im Bauch, weil ich verliebt war. Ja, ich sage und zeigte meinem Stefano so oft wie möglich, wie sehr ich ihn liebe, ohne es übertreiben zu wollen.

Was mir nur manchmal schwer fiel, Sachen an ihm zu akzeptieren, die ich einfach nicht mag zum Beispiel, wenn er sehr unaufmerksam wurde. Aber was soll man da auch schon Großartiges ändern können? Entweder man akzeptiert den Menschen so wie er ist, oder man lässt es bleiben.

Das sehe ich auch als Problem in einer Beziehung, wenn die Schmetterlinge erstmal nachlassen und die rosarote Brille immer mehr verblasst, fallen einem immer mehr die negativen Sachen auf und die Guten registriert man kaum noch, die sind dann selbstverständlich

Mit seiner alten Stelle war mein Freund nicht mehr zufrieden. Er wechselte dann seinen Job, den er auch Anfangs gut meisterte und lies sich zum Betriebsleiter befördern. Damals war ich stolz auf ihn. Stefano hatte eine verantwortungsvolle Aufgabe, bei der er seine Kompetenzen und Fähigkeiten einbringen kann. Verantwortung für etwas zu nehmen, taugte ihm schon immer.

"Wenn er doch dann bei seinen zukünftigen Kindern auch genauso gut die Verantwortung übernommen hätte. Jedenfalls kann ich heute ein Lied darüber singen, wenn Sie verstehen was ich meine. Aber was dieses Thema betrifft, dazu später noch mehr in meiner Geschichte."

So kam es dass wir beide den Wunsch hatten, miteinander unser Glück zu leben und eine Familie zu gründen.Wir konnten an nichts anderes mehr denken, als an einen kleinen Wurm in unserer Mitte. Der Wunsch für mich nach eigenen Kindern war schon immer da. Es rückte der Wunsch in uns Beiden, es in nächster Zeit passieren zu lassen immer näher.

Meine Augen sahen nur noch Schwangere Frauen, Mütter und Väter mit ihren Babys, und im Kaufhaus fallen mir sofort die Babyartikel ins Auge. Ich fragte mich, was das für ein wunderbares Gefühl sein muss, mit seinem eigenen Kind schwanger zu sein, es in Einem zu spüren, und dann eines Tages seine Mutter sein zu dürfen. Den Gedanken dabei zu haben, dass wenn es mal soweit ist, dann doch allein mit den Kindern dazu stehen, hatte ich noch verdrängt.

Meine erste Schwangerschaft nahm mein Schicksal in die Hand

Dann kam der Tag, als ich von meinem Schatz zum ersten Mal schwanger wurde, und somit, war ich die glücklichste Frau. Mein Wunsch wurde erhört, so wie ich mir das erträumt hatte.

Ich ging in die Arbeit, in dieser Eisdiele, wo auch mein Freund arbeitete und ging wie gewohnt meiner Arbeit nach. Plötzlich hatte ich so ein schwindeliges Gefühl in mir. Meine Beine fingen an zu zittern und ich wurde ohnmächtig. Als ich dann wieder zu Bewusstsein kam, wurde mir dann auch noch schlecht. Plötzlich stinken alle Menschen um mich herum ganz furchtbar. Ich wollte nur noch, meine Ruhe haben.

An jedem einzelnen Tag an dem ich dann noch in die Arbeit ging, hatte ich meistens immer nur Appetit auf Apfelkuchen und Nusschnecken, und mein Schatz stillte mir mein Hunger auf liebevoller weise immer mit diesen Leckereien. Komisch früher hatte ich eher auf andere Leckereien Appetit als auf solch langweilige Kuchen.

" Aber wie heißt es angeblich? Was man früher nie gegessen hatte, schmeckt auf einmal in der Schwangerschaft sehr gut, besonders wenn man diese noch spezielle Zutaten hinzufügt. Wie abartig das klingt"

Weil ich aber wusste, dass irgendetwas in meinem Körper vorging, etwas mit mir nicht stimmte, ging ich dann zu meinem Hausarzt, der mich aber wiederum den anderen Umständen zu Folge zum meinem Frauenarzt schickte. Unsicherheiten und Ängste plagen mich. Werde ich schwanger sein? Wenn ja, was dann? Wie groß werden die Schmerzen wirklich sein? Zusammen oder allein? Muss der Vater bei der Geburt dabei sein? All diese Fragen gingen in meinem Kopf rum.

Das erste Ultraschallbild, der Mutterpass - in der 5. SSW wird es für mich mehr als real. Überall Babys und trotzdem, wollten sich noch zunächst keine Muttergefühle einstellen. Kleine Welpen dagegen lösten bei mir Tränen aus.

Ich konnte es nicht lassen, sofort meinen Freund -dem wertenden Vater, meiner Oma, meinen Freunden und sogar meine Eltern anzurufen, und diese wunderbare Neuigkeit mitzuteilen. Meine Eltern konnten sich leider gar nicht damit anfreunden, und schienen auch kein Interesse dafür zu haben, dass jetzt ihre Tochter sie zu Großeltern machte.

Aber davon lies ich mich nicht runterziehen. Sofort machte ich mich auf den Weg ins nächste Kaufhaus, um Babyschuhe zu kaufen, und dann meinem wertenden Vater mit diesem Geschenk diese schöne Neuigkeit mitzuteilen. Am Abend nach der Arbeit von Stefano, kam er dann mit einem großen Strauß roter Rosen nach Hause. Diese Rosen als Zeichen seiner Liebe und Freude dieser Schwangerschaft, war ein unbeschreibliches Gefühl.

Es kam der Tag der Verlobung

Wir verlobten uns eigentlich recht schnell, denn zusammen waren wir noch nicht lang. Mein Traummann machte mir einen Heiratsantrag, das war der 11.06.2002 an einem Dienstag, so wie sich das Niemand von Euch jemals vorstellen könnte. Einen Heiratsantrag per SMS. Es war irgendwie kindisch. Drei wunderschöne Rosen, Rosa, Gelb und Rot, schenkte mir Stefano als Zeichen seiner Liebe. Aber auch irgendwie ungewöhnlich romantisch.

Mein Verlobter lud mich darauf hin zu einem Überraschungsessen ein, und schenkte mir dann einen wunderschönen Ring mit zwei kleinen Smaragden. Es war ein sehr schöner Verlobungsring. Ist doch auch auch irgendwie romantisch. Ich lies mich darauf ein, auf mein verliebtes Herz zu hören, ohne dabei an mein Verstand zu denken.

"Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch nicht die Zweifel, dass er mich nur heiraten wollte, damit er sein Aufenthaltsrecht für Deutschland dadurch bekommen wollte"

Wir machten auch dann bald zusammen einen Termin beim Standesamt. Der Termin sollte am 08.10.2002 an einem Dienstag um 09.30 Uhr stattfinden. Diesen Tag habe ich nur noch entgegen gefiebert. Am Kalender habe ich dann an jeden einzelnen Tag bis zu diesem gewissen Datum ein Kreuz gemacht. Ich war damals sehr verliebt in meinen Freund und konnte es kaum erwarten, seine Frau zu werden.

Wir machten uns zusammen auf die Suche nach einem Brautmodengeschäft, und wurden dann auch recht schnell fündig. Da sah ich es, das Traumkleid, was ich mir immer gewünscht hatte. Das Kleid sah aus wie ein Prinzessinnenkleid. Aber leider passte es nicht gleich auf Anhieb. Es musste erst noch angepasst werden, sonst hätte ich es am Liebsten gleich mit nach Hause genommen. Die passenden Brautschuhe haben wir auch gleich gekauft, und die wenigstens schon mal mit nach Hause genommen.

Gut, das Erste war geschafft, fehlte nur noch der Brautstrauß und die Ringe. Wir gingen auch gleich zum nächsten Juwelier um uns zwei schöne Trauringe zu kaufen. Da waren sie, die Ringe, so wie ich sie mir vorgestellt hatte. Meiner hatte einen Smaragdstein und der Ring hatte die Farbe Weißgold. Der Ring von Stefano ganz schlicht aber passend zu meinem Ring auch in Weißgold. Hübsch.

Wir ließen aber diese noch da, da wir sie natürlich noch mit unseren Namen und dem Hochzeitstag gravieren lassen wollten. Der Blumenladen wurde von meinem zukünftige Mann besucht, da er vor hatte mir einen wunderschönen Brautstrauß erst an unserem Hochzeitstag als Überraschung mir zu schenken. Wie süß von ihm.

" Wenn ich nur damals gewusst hätte, welchen Nutzen er aus dieser Vermählung zog, auch dass er sich als Vater mit zwei Kindern nur in Deutschland absetzen wollte"

Der Bauch entwickelte sich in dieser Zeit schon fast zu einem Ballon. Damals wusste ich noch nicht, dass ich sehr naiv war, denn ich wollte mich schnell binden, vielleicht, weil ich mit der alten Beziehung noch nicht abgeschlossen hatte. In Stefano sah ich den geborenen Liebhaber und Mann meines Lebens.

"Leider hatte das Schicksal dann schon wieder bei mir angeklopft, und das einen Monat vor der Hochzeit"

Das Schicksal meinte es irgendwie nicht gut mit mir und schickte mich mit Frühwehen am Anfang 7. Monat für ca. 2 Monate in die Klinik.

Meine damalige Freundin war zu diesem Zeitpunkt auch schwanger, aber schon fast dem Ende der Schwangerschaft nah, und bekam plötzlich ihre Wehen. Durch ihren Mann erfuhr ich das sie schon bereits auf den Weg in die Klinik sei. Da sie mir das Angebot einmal gemacht hatte, dass ich bei ihrem Kind die Taufpatin sein durfte, war ich natürlich verpflichtet auch bei ihr zu sein und sie seelisch zu unterstützen.

So wie der Zufall das will, und ich gerade am Eingang der Klinik stand, gingen bei mir die Frühwehen los. Für dieses Stadium aber leider noch zu früh, da ich erst am Anfang 7. Monat war. Die Ärzte die zufällig da waren, warum, weshalb, konnte ich mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht erklären. Vielleicht wollten die gerade in die Kantine zum Mittag gehen.

Von den Ärzten erfuhr ich, dass ich unter Beobachtung erst einmal eine Weile in der Klinik bleiben müsste, da diese Wehen die ich hatte zu diesem Stadium meiner Schwangerschaft noch zu früh waren. Das Risiko wäre zu groß, das ich dadurch mein Kind verlieren könnte.

"SCHOCK PUR, JA WIRKLICH, UND DIE ANGST IN MIR WAR GROß GESCHRIEBEN, MEIN KIND ZU VERLIEREN."

Mein Verlobter wurde natürlich diese schlimme Nachricht gleich mitgeteilt, und er ist dann auch gleich zu mir in die Klinik gekommen. Er hat sich zunächst ganz lieb um mich gekümmert. Aus diesen ein paar Tagen wurden plötzlich knapp zwei Monate, dummerweise war aber auch unser Hochzeitstermin dazwischen.

Klar natürlich war uns erst einmal, das wird mit Sicherheit eine schwierige Angelegenheit, die Hochzeit trotzdem unter einen Hut zu bekommen. Mit dem Chefarzt von dieser Klinik, diese war damals in Gern "Frauenklinik zum roten Kreuz" haben wir einige Gespräche geführt, sodass unserem Traum nichts mehr im Weg stehen konnte.

Der einzigste Nachteil daran war, das ich nur an diesem besonderen Tag von uns, drei Stunden Ausgang bekam, und dann aber sofort in die Klinik zurück musste. Also damit zum Verstehen zu geben, keine Hochzeitsfeier mit Allem drum und dran. Aber wie gesagt, diese Feier konnte man ja nachholen, wenn ich dann wieder gesund aus der Klinik wieder entlassen würde.

Da war ja noch das Brautkleid, was noch für unseren Tag angepasst werden musste

Also musste die Schneiderin zu mir in die Klinik kommen, sehr oft sogar, denn mein Bauch hatte es sehr eilig sich zu einem Ballon zu füllen. Man das war ein riesiger Aufwand für die Schneiderin, aber auch für mich, weil ich mit dem Kleid überall in der Klinik Aufsehen erregte.

"Damals bildete ich mir ein das die Feier auch dann wirklich nachgeholt würde, aber leider, so traurig sich das anhört, fiel diese Feier wegen dem mangelnden Interesse von meinen dann frischgebackenen Ehemann ins Wasser, nachher in dieser Geschichte versteht Ihr auch bestimmt warum"

Ich wollte weder auf die Warnungen meiner Oma, die mich dreimal die Woche in der Klinik besuchte, meiner Eltern, die mir von ihm abrieten, da er ein Ausländer ist und sich doch nur durch eine Heirat mit mir in Deutschland festsitzen will, noch auf die meiner Zimmernachbarin, die meinen Verlobten ja schon ohnehin sehr oft sah, in der Klinik hören.

"Niemand hatte einen guten Eindruck von meinem Verlobten."

Vor der Hochzeit hatte ich noch einen Streit mit ihm und grübelte in der Nacht, ob es richtig wäre, ihn zu heiraten. Denn Stefano hatte sich zwei Tage lang nicht bei mir gemeldet, ich konnte ihn auch telefonisch nicht erreichen. Komisch, ich dachte auch gleich, dass mein Freund/ Verlobter den Mut verloren hatte, und mich nicht mehr heiraten wollte. Natürlich hatte ich auch die Angst, dass ich dann alleine mit dem Baby stehen würde.

"Das Gefühl zu haben, es würde dir gerade Jemand den Boden unter den Füßen wegziehen, ist ein sehr schmerzhafter Moment"

Doch plötzlich stand mein Verlobter wie aus dem Nichts gekommen vor mir, nachdem ich gerade versuchte nach dem Mittagessen ein Nickerchen zu machen. Die Medikamente und Infusionen machten mich auch sehr oft tagsüber zu einem Schlafmenschen. Wir fingen zu streiten an. Er versuchte sich in Ausreden zu flüchten, und auch mich aber mit seinen eigenen Mitteln zu trösten.

Stefano versprach mir, das dieses Verhalten nie wieder vorkommen wird. Er brachte mir sogar als Entschuldigung einen leckeren Schokoladencreme Kuchen mit. Und somit gab ich meinem Verlobten noch eine Chance, glaubte ihm und zitterte den darauf folgenden Tag, der Tag unserer Hochzeit entgegen.

Am Abend auch noch vor der Trauung, habe ich mir selber von meinen Krankenschwestern Blumen bringen lassen, weil ich mir diese in meine Haare schmücken lassen wollte. Mal etwas Anderes, als irgendwie so eine Gardine in den Haaren zu haben. So hatten wir dann, ich und meine Zimmernachbarin, noch ein paar Stunden Zeit bis zu meiner Trauung. Wir sprachen über Themen, wie Männer, Hochzeit und wie ich mir die Zeit danach vorstellte.

Nachdem mein Mann ja als Entschuldigung für sein dummes Verhalten mir gegenüber, sie wissen bestimmt noch von was ich spreche, einen Kuchen mit gebracht hatte, ließen die Zimmernachbarin und ich uns diesen dann auch richtig schmecken. Dazu bekamen wir Multivitaminsaft von den Krankenschwestern geschenkt. So nutzten wir diese Gelegenheit aus, und machten unseren eigenen Junggesellenabschied in ungewöhnlicher Atmosphäre in unserem Krankenbetten mit Infusionen an der Hand.

Der Tag der Trauung

Schon in aller Herrgotts Früh, das war gegen sechs Uhr, als die Krankenschwestern uns ausnahmsweise weckten, damit ich mich in aller Ruhe auf die bevorstehende Trauung vorbereiten konnte, klopfte es an unserer Krankentrakt.

Mein zukünftiger Ehemann stand vor der Tür, um mir noch meine Stützstrumpfhosen, die er am Tag davor vergessen hatte zubringen. Die waren mir sehr wichtig, da unsere Hochzeit in der kalten Zeit des Jahres statt fand. Doch leider war ich schon dabei, mir beim Brautkleid anziehen helfen zu lassen, so versteckte ich mich ganz schnell in unser Bad, das wir auch in unserem Zimmer hatten. "

Schließlich heißt der Brauch: Der Bräutigam darf die Braut nicht vor der Hochzeit sehen, da es sonst die Ehe auf keinem guten Stern stehen würde und Unglück geben würde"

Gut, mein Verlobter war dann auch schnell gegangen, nachdem die Schwestern ihn aus unserem Zimmer rausgeschmissen hatten. So konnten wir weiter mit meinem Kleid machen, dass mir wirklich Schwierigkeiten bereitet hatte, um es anzuziehen. Mein Bauch war schon so groß, das ich nicht mehr in der Lage war mich selber anzuziehen. Auch mit den Schuhen hatte ich Probleme. Der Bauch störte überall. Eine Krankenschwester machte aus meinen Haaren eine Hochsteckfrisur und steckte die Blumen, die ich am Abend davor bekommen hatte, in meine Haare mit ein. Meine Frisur sah unbeschreiblich gut aus.

Die Cousine vom Stefano aus Heidelberg, Hind, holte mich dann mit dem Taxi aus der Klinik ab, um mit mir zum Standesamt zu fahren. Schon alleine mit dem riesen Bauch und dem unbeschreiblich, traumhaften Brautkleid, führte es zu großem großen Aufsehen in der der Klinik, da ich ja auch zum Ausgang der Klinik musste.

Auf zum Standesamt

Am Standesamt angekommen, stand schon sehr sehnsüchtig mein Bräutigam mit einem wunderschönen Brautstrauß da und wartete auf mich. Meine Eltern kamen nicht, weil sie mit dieser Verbindung nicht einverstanden waren. Sie waren sehr rassistisch was Ausländer betrifft. Deshalb brach der Kontakt ja auch zu meinen Eltern ab. Sie wollten nichts mehr mit mir zu tun haben. Ihre Abneigung gilt bis heute.

Stefano hatte noch einen Bruder, auch wohnhaft in Heidelberg, mit den Namen Amine, den er mir auch mal vorgestellt hatte. Warum er nicht zu unserer Hochzeit kam, konnte ich mir nicht erklären. Es wäre auch schön gewesen, ein Anteil an unserer Hochzeit zu haben, denn schließlich gehörte er auch zu der Familie von meinem Bräutigam.

Meine Oma, sie war damals zu diesem Zeitpunkt 82 Jahre alt, die auch auf mich zusammen mit dem Bräutigam auf mich gewartet hatte, kam zur großen Überraschung auch mit einem schönen Blumenstrauß auf mich zu, um mir diesen dann übergeben. Sie dachte, dass ich noch keinen Brautstrauß hätte. somit hatte ich nun zwei Sträuße. Wir gingen dann hinein ins Standesamt zu unserem Termin und folgten der Zeremonie und ließen mit dem von uns ausgesuchten Musiktitel von einem Standesbeamten trauen.

"Maria Carry - Without You, unsere Musik, als wir das erste Mal in einem Lokal zusammen beim Essen waren, und uns lieben lernten"

Meine Oma legte die Filmrolle leider falsch in die Kamera ein. Dese war noch eine alte Fotokamera, und es gab dadurch keine Hochzeitsfotos. Beim Entwickeln dieser Filmrolle wurde uns das dann im nach hinnein mitgeteilt. Sehr schade, aber ein Missgeschick kann jedem passieren.

Die Trauung war vollbracht

Danach sind wir noch in ein kleines Lokal gefahren, um dort wenigstens unser Hochzeitsessen zu genießen. Nach einem schnellen Essen musste ich wieder ins Krankenhaus zurück, um das Bett zu hüten. Da ich Frühwehen hatte und das Risiko unser Kind zu verlieren, viel zu groß war, durfte ich das Bett, ja nur für drei Stunden, nicht sehr lange, verlassen.

Meinem frischgebackenem Ehemann war damals aber schon die Arbeit wichtiger. Angeblich, weil er uns mit seinem verdienten Geld ein schönes Leben bieten wollte. Aber Geld ist im Leben nicht alles, sondern dass man auch für den Anderen da ist und zu ihm steht besonders an dem Tag der eigenen Hochzeit. Also ging er gleich darauf wieder arbeiten.

Eigentlich sollte diese Hochzeit der schönste Tag meines Lebens werden. Ich hatte mir immer eine schöne Trauung mit Feier und mit Allem drum und dran gewünscht. So etwas wünscht man sich ja immer schon als kleines Mädchen.

Da ich immer noch Frühwehen hatte sahen wir uns einen Monat lang nicht regelmäßig. Flitterwochen gab es keine. Die Feier war ja wirklich nur ein Witz. Geschenke von den Gästen, nein, nicht einmal von meinem Ehemann hab ich was bekommen.

Am Ende diesen Monat wurde ich dann auch endlich mit 35 Kilo mehr auf der Waage aus der Klinik entlassen, und konnte wieder nach Hause zu meinen Ehemann gehen. Er holte mich dann auch von der Klinik ab. Ich ging dann wie gewohnt jede zwei Wochen zur Vorsorgeuntersuchung zu meiner Frauenärztin.

Doch leider erwischte mich wieder mal das Schicksal, es verfolgte mich zu diesem Zeitpunkt überall

Meine Frauenärztin musste mir dann an einem Termin die schlechte Nachricht übermitteln, mein ungeborenes Kind wäre unterversorgt, es würde nicht mehr ausreichend vom Mutterkuchen ernährt werden können. Meine Plazenta spielte ein böses Spiel mit mir. Sie gab meinem Sohn nicht mehr genug Sauerstoff, so das ich wieder mal in die Klinik musste. Stefano brachte mich nicht einmal selbst ins Krankenhaus, ich musste mich an Freunde wenden und Hilfe suchen. Für meinen Mann war die Arbeit viel zu wichtig, wichtiger als ich!

Die Ärzte machten bei mir einen Wehenbelastungstest. Damit sollte sichergestellt sein das dass Herz meines Ungeborenes Sohnes die erhöhte Belastung aushält. Sie wollten auf Grund dieser schlimmen Umstände in meinem Bauch, die Geburt von meinem Sohn einleiten. Doch leider bestand mein Sohn diesen Test nicht, so das die Ärzte das dann beließen, und mein Sohn dafür auf den natürlichen Weg kommen sollte.

Nach einigen Tagen Klinikaufenthalt ging es mir dann auf einmal körperlich schlechter

In der Nacht vom 21.11.2002 auf den 22.11.2002 spielte mein Körper mir einen Streich. Ich bekam ganz starke Kopfschmerzen, mir war richtig übel. Mein Kreislauf stieg mit Blutdruck von 110 auf 180. Vielleicht lag das auch daran, dass ich in meiner ganzen Schwangerschaft 35 Kilo mehr auf die Waage gebracht hatte.

Zu Guter letzt bekam ich dann auch noch die Wehen. Meine Zimmernachbarin alarmierte auch gleich die Schwestern und Ärzte, die mich dann auch gleich sofort in den Kreißsaal brachten. Sie verbanden mich mit einem automatischen Blutdruckmessgerät und am CTG um meine Wehen zu kontrollieren.

Es wurde bei mir eine Schwangerschaftsvergiftung festgestellt. Die Ärzte entschieden, dass bei mir sofort ein Notkaiserschnitt gemacht werden musste. Ich wurde für die OP vorbereitet, und dann ging es auch schon los. Fruchtwasser verlor ich schon, bevor die Wirkung der Narkosemittel bei mir eintrat.

Die Geburt stand bevor

Unser erster Sohn erblickte am 21.11.2002 an einem Freitag um 04.54 Uhr zu früh das Licht der Welt. Sein normaler Termin wäre eigentlich einen Monat später am 20.12.2002 gewesen.

Trotzdem war es ein schönes Gefühl endlich Mutter zu sein, nach all den 3 Monaten Klinikaufenthalt und der langen Zeit die ich um das Leben meines Sohnes kämpfte. Unbeschreiblich dieses Gefühl!

Mein Sohn musste allerdings noch 4 Tage auf der Intensivstation im Wärmebettchen verbringen, damit er seine richtige Körpertemperatur bekommt. Für mich nicht gerade eine angenehme Situation, denn die ersten Stunden für ihn dazu sein, ihn in meinem Arm zu halten, war mir sehr wichtig.

Ein Kind zu haben bedeutet, sein Herz außerhalb des Körpers zu tragen, sagt ein Sprichwort. Wie wahr. Kein Gefühl ist so innig wie die Mutterliebe. Direkt nach der Geburt auf Mamas Haut zu liegen, sie spüren und riechen – das schenkt dem Baby Geborgenheit.

Und dann begann schon der Alltag als frischgebackenes Ehepaar und Eltern unseres ersten Sohnes

Ich kam, mit unserem Kind endlich nach Hause, durfte unseren kleiner Erdenbürger dieses vorstellen. Und da mein Ehemann in der Zeit während meines Klinikaufenthaltes offensichtlich überfordert war, die Wohnung in Schuss zu halten, musste ich erst einmal Platz machen, um unser Kind zu wickeln und zu füttern. Das war für mich eine unerträgliche Situation.

Trotzdem machte er, der Vater meiner Kinder sich damals am Anfang sehr gut bemerkbar und war oft bei seinen Sohn und bei mir. Die ersten Wochen waren für uns durch Schlafmangel und die Umstellung meist am anstrengendsten. Mein Mann hatte sich so richtig in die Vaterrolle für seinen Sohn mit eingebunden. Er badete unseren Sohn, wickelte ihn, fütterte ihm die Milch und tröstete ihn, wenn er weinte. Zusammen machten wir mit ihm viele Ausflüge, und er stellte jedem seiner Freunde seinen kleinen Sohn vor. Er scheint zu diesem Zeitpunkt ein glücklicher Vater zu sein. Wir hantierten am Anfang etwas unbeholfen mit den kleinen Babysachen herum, aber wir hatten es dann irgendwann mit der Zeit in den Griff bekommen. Übung macht den Meister.

Seit der Geburt unseres ersten Kindes bin ich deutlich häufiger zu Gast auf Spielplätzen und in Schwimmbädern, als auf Partys oder in Diskotheken. Die Lichter gehen oft vor Mitternacht aus und auch am Wochenende ist die Nacht um 7:00 Uhr vorbei. Und doch genieße ich die Wochenenden genau wie früher, eher noch mehr.

Aber leider hatte mein Mann seinen Reiz als frischgebackener Vater, nach ein paar Monaten schon irgendwie fast verloren. Er zog hin und wieder schon die Partys und Diskotheken vor. Er traf sich mit seinen Freunden, und ich saß dann auch danach die meiste Zeit zu Hause allein mit unseren Sohn.

Auch ich habe mir vor der Geburt unseres ersten Kindes Gedanken gemacht. Heute, etwas zurückblickend, stelle ich jedoch enorme Unterschiede fest – zwischen dem was sich tatsächlich geändert hat und was ich erwartet habe.

Stefano hat seine Arbeit uns dann immer wieder vorgezogen. Er ist dann zu ungewöhnlichen Zeiten nach Hause gekommen. Ich kam mir wie fast im Stich gelassen vor. Damals glaubte ich, dass er mich schon mit einer anderen Frau betrügen würde.

Einen einzelnen Seitensprung kann eine Beziehung überstehen. Doch ständige Untreue entzieht der Beziehung ihre Basis. Auch wer sich den Bedürfnissen des Partners verweigert oder vor Dritten schlecht über seinen Partner redet, verhält sich illoyal und zerstört damit Vertrauen

Weihnachten und Silvester stand vor der Tür

Es war der Monat Dezember. Stefano lud damals zwei seiner Cousins zu uns über Weihnachten und Silvester ein. Doch leider entschied mein Mann spontan während des Besuches von seinen Cousins, mit seinem besten Freund für drei Tage zum Skifahren zu fahren. Ich hätte ihn am liebsten in die Wüste geschickt.

Somit ließ er mich mit unseren erst ein Monat alten Sohn und seinen zwei Cousins, die ich noch nie in meinem ganzen Leben je gesehen hatte, alleine. Tja, so versuchte ich mit Händen und Füßen, ich konnte leider ihre Sprache nicht, mich mit Ihnen zu verständigen um irgendwie die Zeit zu überstehen bis der Herr Vater und Ehemann von seinen Skiurlaub wieder zurück kam.

Das Jahr 2002 neigt dem Ende zu

Der Silvester-Tag war im Anmarsch und somit auch die Sauforgie die Stefano und seine zwei Cousins veranstalteten. Sein Bruder Amine kam uns dann auch noch an Silvester besuchen. Sie tranken gemeinsam eine Flasche Wodka nach der anderen, und verhielten sich wie die größten Affen aus einem Zoo. Schon ziemlich peinlich.

Während ich mit meinem Sohn im Schlafzimmer saß, kam ich langsam ins Grübeln, ob ich nicht einen riesen großen Fehler mit diesen Mann gemacht hatte. Das große Feuerwerk um Mitternacht war mir in diesem Moment auch egal. Manchmal hätte ich mich damals fragen sollen, wer dieses Wort Gutmütigkeit und Naivität erfunden hatte. Aber derjenige, hatte bestimmt auch einen richtigen Grund dafür.

Denn heute haben diese zwei Wörter "Gutmütigkeit und Naivität" bei mir Lehre gefunden und mich besser zum Nachdenken gezwungen.

Silvester war endlich vorbei

Mein Mann wurde wieder aus diesem Zoo mit lauter großen Affen entlassen, und er wurde wieder ein normaler Mensch. Er hatte ja noch Pflichten uns gegenüber. So hoffte ich natürlich auf Besserung von meinem Mann. Ich suchte Flucht in der Hoffnung, er hätte vielleicht nur eine schwere Phase durchgemacht. Immerhin, ist es auch für einen Mann nicht leicht plötzlich Vater zu sein.

Es wurde auch erst einmal eine Zeit lang besser und somit dachte ich auch, dass er diese Phase überwunden hätte. Mein Mann zeigte zunächst, dass er ein fürsorglicher Vater ist und sein Kind über alles liebt. Zumindest kam das auch so teilweise in der Öffentlichkeit an.

Der erste Geburtstag von unserem erstgeborenen Sohn stand an

Es war der 22.11.2003 an einem Samstag. Unser Sohn hatte Geburtstag und ist ein Jahr alt geworden. Es hatten sich einige Gäste angekündigt, Freunde von uns, sein Bruder Amine und seine Cousine aus Heidelberg. Wie das Schicksal es so will, hatten die Großeltern von unserem Sohn kein Interesse für ihn, bzw. auch für uns, um seinen ersten Geburtstag zusammen mit uns zu feiern. Deswegen kamen sie auch nicht.

Es gab eine richtig schöne große Torte, und für den Abend hatte ich verschiedene Kanapees vorbereitet. Ganz genau gesagt, war es eine richtig schön gelungene Geburtstagsfeier, die ich für unseren Erstgeborenen Sohn zu seinem ersten Geburtstag ausgerichtet hatte.

"Happy Birthday! Das erste Jahr ist um und nicht nur Baby hat viel gelernt sondern auch Mama und Papa sind um zahlreiche Erfahrungen und Kenntnisse reicher. Wenn das kein Grund zum Feiern ist!"

Doch dann traf auch ihn mal das Schicksal und die Sorgen gingen los

Mein Mann verlor seinen Job in der Gastronomie, dadurch erlitten wir eine finanzielle Krise. Das hatte ihn damals sehr demotiviert. Bei meinen Eltern konnte ich leider keinen Rat holen, und finanziell erst recht nicht, da sie ja den Kontakt zu mir abgebrochen hatten. Trotzdem, bildete er sich nichts darauf ein, dass es so bleiben würde und fand auch gleich wieder einen neuen Job in der Gastronomie.

Auch da hatte er sich anfangs als guter Mitarbeiter gezeigt. War stets hilfsbereit zu seinen Arbeitskollegen, flexibel und zuverlässig. Das schätzte es sehr an ihm, bis das Blatt sich gewendet hatte, und er einen fatalen Fehler in diesem Job machte.

Es dauerte nicht lange und er wurde zum Betriebsleiter befördert. In diesem Job lernte er neue Freunde kennen. Diese übten aber keinen guten Einfluss auf meinem Mann aus. Ich stellte fest, dass seine Freunde ihn ausnutzen, nicht ehrlich zu ihm waren und immer in unangenehme Situationen brachten.

Bald darauf eröffnete sein Arbeitgeber noch ein zweites Lokal. Dort stieg Stefano als Partner mit ein, und somit übernahm er auch den verantwortungsvollen Posten als Geschäftsführer. Mein Mann war schon immer ein guter Schauspieler und hat es geschafft anderen Menschen zu vermitteln, dass er es mit allem was er sagt und tut ernst meint. So nutzte er auch die Situation seines neuen Postens aus, und veranstaltete in dem Lokal, in dem er arbeitete, Events, Partys usw., was dann auch zu Konsequenzen führte.

Sei offen, spiel nicht mit verdeckten Karten und täusche keine falschen Tatsachen vor. Es ist gut, eine Meinung zu haben, doch überlege gut, wie und wo Du Deine Meinung vertrittst. Es ist nicht smart, andere anzugreifen oder gar Schmählichkeit zu üben. Respektiere die Meinungen anderer. Unterläuft Dir mal ein Fehler, gib es zu und korrigiere ihn so schnell wie möglich

"Er konnte ja auch nie Nein sagen, sondern nur Ja und Amen"

Stefano verlor dann wieder mal seinen Job, fand aber bald darauf gleich wieder einen Neuen. Dort machte er den selben Mist, verlor auch diesen Job wieder. So stürzte er immer weiter ab. Ihm viel es leicht, schnell wieder auf die Füße zu kommen. Sein Glück war es immer wieder an Menschen zu geraten, die sehr leichtgläubig waren und sich von ihm täuschen ließen. Auch dann kam mein Mann immer öfters sehr spät, meistens erst in der Früh in einen betrunkenen Zustand nach Hause, auch wenn seine Sohn schon wach war. Leider vergaß er dabei immer öfter, dass er noch Familie hat, die auf ihn zu Hause wartete.

Somit kam es dazu, dass mein Mann bis spät in die Nacht hinein, nach seiner Arbeit, erst einmal Abwechslung suchen musste. Er fing dann immer weiter an, sich von uns zu distanzieren und kam spät und unregelmäßig nach Hause. Interesse daran mich wissen zu lassen, wo er steckt und was mit ihm ist, hatte er überhaupt nicht. Für ihn wurde das zur Selbstverständlichkeit, einfach nichts sagen zu müssen, egal ob ich mir Sorgen mache oder es mir dabei nicht gut geht.

Natürlich suchte ich dann die Aussprache, die er aber oft verweigerte. Mit Ausflüchten, und irgendwelchen Ausreden versuchte er mich zu vertrösten.

Sein Lieblingssatz war: "Mach kein Stress". Diesen Satz sagte er nur, wenn er keine Argumente mehr hatte.

Wenn es Ihnen wie den meisten Menschen geht, dann hat der Wunsch nach Austausch und die Zeit, die sie sich füreinander nehmen, im Laufe der Partnerschaft deutlich nachgelassen

Somit gehörte ich immer mehr zu dem Kreis "Frau hat nichts zu sagen, zu fragen und nur zu dulden."

Mein Mann setzte sich immer weniger für früher von ihm erledigte Aufgaben ein und vernachlässigte diese. Sein Kind brachte er nicht mehr in den Kindergarten. Er kam immer häufiger später von der Arbeit nach Hause, und war dann immer sehr erschöpft. Trotzdem fand er genug und spontan Energie, um seinen Hobbys zu frönen, wie sich mit Freunden zu treffen.

Ich suchte immer noch das Gute in Stefano. Manchmal brauchte mein Mann etwas Zeit, um zur Einsicht zu kommen. Ihm zu Liebe versuchte ich mich nicht blenden zu lassen. Natürlich sagte auch ich meine Meinung, aber Schweigen ist Gold und manchmal ist es einfach besser, die Klappe zu halten.

Er wurde mir gegenüber sogar gewalttätig, wenn ich versuchte mit ihm darüber zu reden warum er so spät nach Hause komme. Selbst mein Sohn der damals 3 Jahre alt war hat immer wieder mitbekommen wie sein Vater sich verhält. Glaubt mir, ich hatte oft Angst um unser Leben.

"Das Leben ist ein Spiel, spiel einfach mit, aber mit klarem Verstand und aufrichtigem Herz!"

Ich kämpfte um meine Ehe, indem ich meinem Mann immer wieder alles recht machen wollte, nur, um nicht irgendwann allein mit dem Kind dazustehen. Aber wie konnte ich ihn davon überzeugen. Zu einem Kind gehören Mutter und Vater.

Man hat dem Partner meist innerlich schon längere Zeit gekündigt und dieser hat davon nichts mitbekommen - oder wollte nichts mitbekommen

Wenn ich ihm mit Trennung und Scheidung drohte, dann versprach er mir immer wieder Besserung und ich habe mich dann immer auf ihn eingelassen. Vielleicht lag es an der rosaroten Sonnenbrille, egal was meine Freunde darüber dachten. Sie meinten es bestimmt nur gut mit mir, und heute weiß ich das sie Recht hatten. Trotzdem merkte er das ich nicht mehr die verletzbare Frau war, die sich nicht mehr alles von ihm bieten lassen wollte. An dem Punkt glaube ich, bin ich ihm zu lästig geworden.

Damit entwickelte er sich zu einem richtigen Albtraum, aus dem ich Angst hatte zu erwachen. Es gab auch mal Zeiten, da war mein Mann ein liebenswürdig warmherziger Vate, ich glaubte er hätte sich wirklich gebessert.

Wann eine Beziehung noch zu retten ist oder ab welchem Zeitpunkt es besser ist, sich zu trennen – das ist oft eine sehr schwere Entscheidung. Spricht einer der beiden Partner oft von Trennung, oder trifft er Entscheidungen für die Zukunft, zum Beispiel einen Jobwechsel, ohne den anderen, ist seine Einsatzbereitschaft gering. Einsatzbereit ist der Partner dagegen, wenn er sich an Abmachungen hält, zum Beispiel anruft, wenn es bei der Arbeit später wird

Ich wurde zum zweiten Mal schwanger, doch UNGEPLANT

Mein zweiter Sohn wuchs bereits in mir heran. Was für ein schönes Gefühl ist es, noch einmal die Chance zu bekommen, es noch einmal erleben zu dürfen, wie es ist, ein Kind in meinem Bauch zu haben.

Auch danke ich Gott, das er mir die zweite Chance gegeben hatte, noch einmal in den ersten drei Jahren die Entwicklung eines Babys mit zu erleben und zu gestalten. Mein Mann hätte die Chance gehabt, die er schon beim seinen ersten Sohn verpasst hatte, noch einmal mit zu erleben.

Aber gleich von Anfang an, stand diese Schwangerschaft unter keinen guten Stern. Stefano konnte oder wollte sich nicht wirklich mit dieser Schwangerschaft anfreunden, und hatte mir sogar unter einem bösen Scherz vorgeworfen, nicht der Vater von unserem ungeborenen Sohn zu sein. Das war richtig demütigend in dem Moment für mich. Mit so etwas macht man keine Scherze. Zu dem Zeitpunkt wollte ich meinen Mann am liebsten wieder in die Wüste zu schicken.

Prinzipiell denke ich schon, dass ein Mensch eine zweite Chance verdient hat, aber das Risiko, dass er diese vergeigt, ist ja recht hoch, oder?" Andersrum macht jeder mal Fehler und Fehler sind ja dazu da, dass man daraus lernt, also wäre eine zweite Chance fair.

Das einzigste mit den er oft seinem Kind die Aufmerksamkeit zeigen wollte, indem er ihm teure Spielsachen und teure Klamotten gekauft hatte, oder es er setzte sich mit ihm vor dem Fernseher und schaute Serienkrimis. Nicht gerade sehr wertvoll und pädagogisch gegenüber seinem Kind.

Manchmal glaubte ich auch, dass ich meinen Mann auch provoziert hatte, aber nur weil ich ihm klar machen wollte, das er als Vater von seinem Sohn auch Pflichten ihm gegenüber hätte. Er vernachlässigte ihn genauso wie mich.

Normalerweise achteten wir darauf, dass wir uns nicht vor unserem Sohn stritten, aber heute, ich weiß auch nicht warum, konnten wir uns vor dem Kind nicht beherrschen. Es war sehr sehr laut und es sind auch unschöne Worte gefallen.

Ich hatte die Gesichtsausdrücke von meinem Sohn gesehen und bekomme diese nicht mehr aus meinem Kopf. Dafür schämte ich mich auch, dass wir uns nicht zusammengerissen hatten. Meine Sohn hatte sogar geweint. Das sollte jetzt keine Rechtfertigung von mir sein. Ich denke auch, dass ich meine Fehler gemacht hatte, und vielleicht hätte ich manches so besser machen können. Allerdings denke ich, dass wir Eltern auch nur Menschen sind, und das es manchmal Momente gibt, wo man es einfach nicht schafft, sich zusammenzureißen, und die Kinder es dann leider mitbekommen.

Kinder haben unsichtbare Antennen. Sie spüren, wenn ihre Eltern unglücklich sind und natürlich hören sie, wenn Eltern streiten. Es macht wenig Sinn Kindern immer eine heile und konfliktlose Welt vorzuspielen – wenn es sie gar nicht gibt.

Weihnachten ist gekommen und mein Bruder, René, kam mich für eine Woche besuchen

Ich hatte mich sehr auf dieses Fest gefreut. Denn dieses Fest war ein besonderes Fest für uns. Das erste Mal als Familie mit eigenem Kind.

Mein Bruder Rene und Stefano vertrugen sich von Anfang an nicht gut und es kam öfters zu Reibereien zwischen beiden. Er mochte meinen Bruder anscheinend einfach nicht, dies zeigte er ihm auch eiskalt. Mein Mann ist deswegen auch einfach abgehauen, also verbrachte ich Weihnachten nur mit meinem Bruder und meinem Sohn. Wir ließen uns von den traurigen Gedanken am Weihnachtsfest nicht unterkriegen. So schmückten wir unseren Weihnachtsbaum, und ließen es uns bei einem Kaffee und Stollen oder Plätzchen gut gehen.

An Heilig Abend gingen mein Sohn, mein Bruder und ich dann gemeinsam in die Kirche. Mein Mann sah lieber vor, sich bei seinen Freunden zu begnügen, und kam dann recht spät am Abend nach Hause. Wir ließen uns aber die Stimmung nicht kaputt machen, und verteilten unsere Geschenke an mein Kind.

In den Feiertagen kam Stefano Gott sei Dank wieder zur Besinnung, und so konnten wir alle friedlich diese Weihnachtstage genießen. Silvester stand vor der Tür, und ich freute mich sehr darauf, zum ersten Mal gemeinsam als Familie diesen Tag zu feiern.

Wieder hatte ich Frühwehen und musste 1 Monat früher ins Krankenhaus. Es war der 30.12.2004 zum 31.12.2005 / Silvester. Donnerstag zum Freitag

Stefano war zu diesem Zeitpunkt noch in der Arbeit. Als er dann nach Hause gekommen ist, wollte er es einfach nicht verstehen das ich Wehen hatte. Er versuchte mich zu demütigen, wieder mit diesem Satz: "Immer machst du Stress". Das war alles was er mir gesagt hatte, danach ging er einfach ins Bett und lies mich mit der Situation und mit meinem Bruder alleine.

Mein Bruder rief Not gedrungen einen Notarzt da ich dringend versorgt werden musste. Der Notarzt entschied sich dafür mich in das Krankenhaus einliefern zu lassen, weil ich beobachtet werden musste. Der Urlaub meines Bruders neigte sich zu diesem Zeitpunkt dem Ende entgegen. Deshalb konnte er leider nicht auf meinen Sohn aufpassen. In der Ehe will man sich immerhin auf den Partner verlassen können, also habe ich meinem Mann damals das Vertrauen entgegen gebracht, dass er auf seinem Erstgeborenen aufpassen würde.

Im Krankenhaus, spät in der Nacht, versuchten sie mir die Wehen zu hemmen, was den Ärzten auch geglückt ist. Trotzdem sollte ich voraussichtlich noch eine Woche im Krankenhaus bleiben. Am nächsten Tag besuchte mich mein Mann im Krankenhaus nur um mir mitzuteilen das er leider nicht aus der Arbeit kann und deswegen auch keine Zeit hatte, sich um seinen Sohn zu kümmern.

Stefano ließ mich nur wissen das einer seiner Arbeitskollegen sich gerne um sein Kind kümmern würde. Diese Leute waren mir aber vollkommen fremd. Ich war total geschockt und wollte wissen wer diese Leute sind. Ihm war aber egal das ich sie nicht kannte. Seiner Meinung nach würde es reichen wenn er sie kenne.

Ich hatte Angst um erstgeborenen Sohn. Emotional und psychisch war ich so angeschlagen, dass es unabsichtlich vereinzelt wieder zu Frühwehen kam, die gehemmt werden konnten. Auch ohne der Wehen war ich trotzdem sehr verletzt. Vor allem das Nichtwissen wie es meinem Sohn geht, schlug sich auf mein ungeborenes Kind wieder. Die Sorgen zerfraßen mich förmlich und immer wieder hatte ich große Kreislaufprobleme.

Dies führte zu einer Ohnmacht in der mir der Kasten vom Wehenhemmer auf den Bauch gefallen ist. Sofort gingen bei mir schmerzvolle Wehen los. Meine Zimmernachbarin alarmierte sofort die Ärzte. Ich wurde sehr schnell in den Kreißsaal gebracht und an den CTG angeschlossen, um beobachtet zu werden. Die Ärzte entschieden sich für einen Kaiserschnitt mit PDA. Geich in der früh wurde ich als erste Patientin operiert.

Die Geburt unseres zweiten Sohnes stand an

Nach einer qualvollen halben Stunde erblickte mein zweites Kind das Licht der Welt. Das war am 06.01.2005- ein Sonntag/ noch dazu als ein Dreiheilige Königskind an einem Feiertag um 07.52 Uhr. Für einen kurzen Augenblick habe ich alle Sorgen vergessen

Sehr schnell aber ergriffen mich wieder die Situationen. Mein Kleiner musste sofort auf die Intensivstation da er nicht selbstständig Atmen konnte. Auch musste er ins Wärmebettchen um seine eigene Körpertemperatur zu bekommen. Von Geburt an in gegebenen Umständen ein Sorgenkind.

Trotzdem habe ich gleich am Nachmittag unter Absprache der Ärzte eigenverantwortlich das Krankenhaus verlassen um mein Größeren wieder in die Arme nehmen zu können und wieder für ihn zu sorgen. Meinen Kleineren musste ich leider noch zwei Wochen im Krankenhaus lassen wegen den Problemen die er noch hatte.

Stefano konnte es nicht lassen, einmal über seinen Schatten zu springen, und für mich und den Kleinen, auch seinem größeren Sohn dazu sein. Er ließ es zu, dass einer seiner Arbeitskollegen mit mir zusammen meinen zweitgeboren Sohn vom Krankenhaus abzuholen.

"Zu diesem Zeitpunkt habe ich mich Hundeelend gefühlt".

Als ich endlich meinen größeren Sohn wieder in die Arme schließen konnte, machte er mir gegenüber einen sehr verstörten Eindruck. Die Sorgen darüber waren sehr groß. Zu diesem Zeitpunkt war ich sehr verletzlich und auch sehr wütend auf meinem Mann. Ich wollte es mir aber nicht anmerken lassen. Ich wollte nur für meinen Sohn da sein und mir keine Ausreden von meinem Mann anhören. Das Kind hat schon genug unter der Situation gelitten. Gleichzeitig musste ich auch noch für meinen Kleineren da sein, so hatte ich zum Glück auch keine Zeit mich mit Stefano zu streiten. Er gab mir genug Gründe zum Streiten. Irgendwann gab es aber keine Flucht mehr.

"Ich hatte keine Chance mehr, mich aus diesem Fluch befreien zu lassen"

Ich wollte nicht mit den Kindern alleine da stehen, denn ein paar Freunde hatten sich schon lange von mir abgewendet. Aber nur weil ich immer weiter in die Isolation getrieben wurde und keine Zeit mehr für sie habe finden können.

"Du willst dir nicht helfen lassen dann muss man dir nicht helfen"

Ich wollte nicht auf Ihre Ratschläge hören. So war ich ganz allein auf mich gestellt, was für ein schmerzhaftes Gefühl. Ohne jemanden hinter mir zu haben der mich unterstützt, vor allem emotional, das war nur schwer zu ertragen. Nur meine Kinder haben mir die Kraft gegeben weiter zu machen. Ich musste ihnen doch trotzdem eine gute Mutter sein und keine Flenne. Auch mein zweiter Sohn musste oft mit ansehen, wie sein Vater mit mir umgegangen ist und gewalttätig wurde. Auch musste er auch oft mit anhören, wenn sein Vater mich anschrie.

"Konflikte vor den Kindern bringen gar nichts, da sie erstens die Kinder ängstigen und beunruhigen und zweitens sowieso nichts bringen. Was sollen die Kinder da schon lernen? Mit diesen Satz konfrontierte ich oft meinem Mann."

Das Schicksal meinte es wirklich nicht gut mit mir

Der Größere wurde schwer krank und musste in ein Krankenhaus. Als Mutter musste ich ihn einfach dabei begleiten. Seinen Vater wollte ich die Chance geben, diesmal alles besser und vor allem richtig zu machen, und für sein zweites Kind, damals drei Monate alt, die Verantwortung zu übernehmen. Währenddessen lag ich mit unserem Erstgeborenen im Krankenhaus. Er war ja schließlich noch ein klein. Aber Stefano lernte nicht aus dieser alten Sache, und überließ unseren kleineren Sohn dann auch wieder bei mir damals fremden Menschen.

Und wieder war es ihm egal, dass ich seine Leute nicht kenne, sondern Hauptsache er. Ich konnte nur nichts machen, mein Sohn war im Krankenhaus ans Bett gefesselt. Innerlich war ich hin und her gerissen. Er aber ging seelenruhig seiner Arbeit nach.

"Tja nur mal zum Thema Interesse der Kinder. Gut dazu kommen wir dann auch später"

Ich lag also im Krankenhaus mit unserem Größeren, und erfuhr, bei wem der Kleinere ist. Eine fremde Frau, kontaktierte mich dann im Krankenhaus. Sie wollte mir mitteilen das es meinem Kind gut geht und sich auf diese Art gleichzeitig bei mir vorstellen. Langsam entstand dann eine Freundschaft zwischen dieser Frau und mir. Ihr Name war Shamim.

Sie half mir auch dann im Alltag weiter, und unterstützte mich bei den Kindern. Auch was das Verhältnis zwischen mir und meinem Mann betraf, half sie uns an einem Abend, für uns einmal auf die Kinder auf zupassen. Schließlich sind wir ja nicht nur Eltern, sondern ein Paar, und sollten deshalb auch mal zusammen etwas unternehmen.

Einfallsreiche Beschäftigungen verhindern, dass Langeweile in der Partnerschaft auftritt. Sie geben den Partnern die Chance, sich neu kennen zu lernen und neue Seiten am anderen zu entdecken.

Dann war es soweit

Stefano nahm mich auf eine Geburtstagsfeier von seinen besten Freunden mit. Es war aber auch nur dieses einzige Mal. Ansonsten saß ich natürlich wie immer nur zu Hause als Hausfrau und Mutter da, wenn sie verstehen was ich meine. Meiner Freundin Shamim musste ich nur versprechen an diesem Abend um zwölf Uhr Nacht wieder zu Hause zu sein, da sie dann auch nach Hause musste.

Gut wir waren nun auf dieser Feier, ich betone von seinen vermeintlichen besten Freunden. Ließen uns den Abend gefallen und die gute Stimmung zu, versuchten zu entspannen. Dann war aber leider schon der Abend vorbei. Wie gesagt, ich musste doch das Versprechen für meiner Freundin gegenüber einhalten. Ich sagte meinem Mann das wir jetzt nach Hause müssten. Also verabschiedeten wir uns bei seinen - ich will es nicht schon wieder sagen "Freunden" und gingen dann zur Garderobe.

Stefano rief draußen ein Taxi. Gut. Ich stellte mein Glas, was ich noch nicht ausgetrunken hatte, an der Garderobe ab, um mein Mantel anzuziehen. Alles was danach passiert ist habe ich nicht mehr erlebt. Ich war nur noch körperlich in dieser Welt.

"Was passiert ist könnt Ihr euch sicherlich denken?"

Denn erst am nächsten Morgen als ich aufwachte und zur Überraschung Shamim noch in unserer Wohnung antraf, erzählte sie mir bei einem Gutenmorgenkaffee, was an dem Abend davor passiert war, bzw. mit mir passiert wäre. Ich hatte aber den absoluten Filmriss.

Aber sie erzählte mir aber auch, was ich alles, laut Aussage von meinem Mann, so angestellt haben sollte. Er ist übrigens, gleich nachdem er mich nach Hause gebracht hatte, wieder auf die Feier zurück gefahren. Stefano war anscheinend egal, was mit mir passiert ist, denn er wollte weiter feiern. Ich habe nicht einmal viel getrunken, das weiß ich nämlich noch ganz genau, eine Weinschorle und ein Longdrink.

"Das sollte eigentlich für keinen Erwachsenen Menschen genug sein um einen Filmriss zu erleben"

Mein Mann gab mir aber für alles die Schuld. Man, wie demütigend war das für mich. Aber ich versuchte mich zu beherrschen, denn ich war ja die Mutter von seinen Kindern und musste stark bleiben, und somit alles über mich ergehen lassen. Meine Sorgen waren ihm total egal, er wollte sie auch überhaupt nicht sehen. Man hat sich in der Regel über Jahre hinweg auseinandergelebt. Die Beziehung ist langsam und leise in die Brüche gegangen. Und trotzdem versuchte ich mir nichts anmerken zu lassen.

Doch viele Menschen sehen sich nicht in der Lage, ihre Beziehung oder Ehe zu beenden, obwohl sie sich bewusst sind, wie schädlich die Beziehung für sie ist. Obwohl sie überzeugt davon sind, dass es besser wäre, die Beziehung zu beenden, sind sie unfähig dies wirklich zu tun. Sie betrügen sich selber und finden "gute" rationale Gründe, diesen Schritt nicht zu tun. Sie verdrehen Tatsachen um, damit andere, tiefer liegende Gründe zu verdrängen

"Und ich kann nur sagen das ich auch dazu gehört habe"

Es kam dann der Tag der Taufe meiner beiden Kinder. Vorher hatte ich es leider nie geschafft das umzusetzen. Selbst an diesen Tag schaffte der Möchtegern Herr Ehemann und Herr Vater Stefano nicht anwesend zu sein, weil der Freund Alkohol und seine Arbeit ihm doch dann wichtiger waren.

Wenn jemand ständig betrunken ist, oder regelmäßig ausrastet und die Kontrolle verliert, ist es schwer denjenigen auf Dauer weiter zu achten. Ohne gegenseitige Achtung hat eine Beziehung jedoch wenig Zukunft.

An der gemeinschaftlichen Erziehung unserer beiden Kinder, hat es auch gemangelt, weil mein Mann meistens nach seinem Kopf hinweg entschied. Nicht gerade sehr pädagogisch. Deshalb suchte ich mir den Rat bei einer Erziehungsberatungsstelle. Diese beraten Sie bei Problemen in verschiedenen Lebensphasen, wie bei Schwierigkeiten und Krisen in der Familie oder mit anderen Bezugspersonen, auch bei Trennung und Scheidung. Jede Hilfe und den Rat was ich von dieser Einrichtung bekommen hatte, tat mir sehr gut, und machte mich selbstbewusster.

"Diesen Schritt werde ich nie bereuen"

Denn ab da hatte das Schicksal mir gegenüber keine Macht mehr. Ich lernte dort auf einer "Tag der Mutter-Veranstaltung" Jemanden kennen.

Sie, Vera heißt dieser Jemand, hat mir sehr viel über sich erzählt, da waren sehr viel Gemeinsamkeiten. Außerdem hat sie mir gehörig den Kopf gewaschen, mir erklärt das man als Mutter auch man an sich denken solle. Es entstand eine Freundschaft mit ihr. Vera lud mich auf eine Feier ein, ich wusste aber nicht wer sich um meine Kinder kümmern sollte. Sie wollte mich Freunden von Ihr vorstellen, die sich um meine Kinder kümmern könnten.

Und seit diesem Tag hat sich was in meinem Leben geändert

Diese Menschen die mir vorgestellt wurden, wurden langsam zu meiner Familie und Ersatz-Großeltern, Birgit und Klaus heißen die Beiden. Für meine Kinder Oma und Opa. Die Kinder kennen nur diese Großeltern, weil meine Eltern sich leider nicht für ihre Enkelkinder interessiert haben. Und so wurden Birgit und Klaus zu wichtigen Bezugspersonen für meine beiden Kinder.

Der Freundin, Shamim, die ich damals kennen lernte als, ich meinen Kleineren Sohn geboren hatte, vertrug sich nicht mehr gut mit meiner neuen Familie. Sie war halt ein eigensinniger Mensch, mit anderen Vorstellungen zur Gesellschaft. An diesem Punkt hatte ich den Kontakt zu ihr abgebrochen da meine neue Familie mir wichtiger war.

Sie haben mich in all den letzten Jahren vor meiner Scheidung und Trennung meines Mannes und den Vater meiner Kinder begleitet, unterstützt, und somit auch mir geholfen, endlich von diesem Albtraum-Mann loszukommen.

Die Trennung von meinem Mann Stefano

Ich habe mich endlich von meinem Mann getrennt. Das war eine richtige Erleichterung für mich, endlich von ihm los zu sein. Keine Demütigungen mehr, keine Gewalt mehr, keine Tränen mehr und keine Zweifel mehr.

Eine Trennung erfolgt nicht aus heiterem Himmel. Sie ist meist der Schlusspunkt einer länger andauernden Beziehungskrise

Kapitel 2

Nach der Scheidung als Alleinerziehende Mutter

Von meinem Mann war ich schon drei Jahre getrennt und konnte kaum den Scheidungstermin, der am 18.10.2013 stattfinden sollte. Wie damals zum Termin unserer Hochzeit, setzte ich bis zu diesem Scheidungstermin in meinem Kalender an jedem Tag ein Kreuz.

Diese Zeit bis zur Scheidung war trotzdem sehr hart für mich und meinen beiden Kindern. Physisch und auch emotional waren wir alle Drei angeschlagen. Mir mussten lernen mit dieser Trennung um zugehen und mit dieser Situation uns auseinander zu setzen. Fast niemals in meinem Leben habe ich mich so einsam, verlassen und hilflos gefühlt.

Eine Scheidung oder Trennung ist das schmerzvolle Ende einer Beziehung, aber es gibt ein Leben nach der Scheidung

Mein Bruder Marcus zog zu mir und meinen beiden Kindern, da die Wohnung für mich allein zu gross war, und er sowieso schon eine Wohnung suchte. Er unterstützte mich in der Erziehung meiner beiden Kinder und auch emotional. Ich war in einer schweren Krise und hatte Depressionen. Marcus, war immer für mich da und hat mir sehr geholfen, im Rückblick heute würde ich sagen er war damals eine Art Ersatz für einen Psychologen.

Es kam der Tag der Scheidung, 18.10.2013

Mein Bruder Marcus und der Opa Klaus begleiteten mich zum Scheidungstermin, um mir seelischen Beistand zu leisten. Danach als wir zu Hause waren stießen wir alle gemeinsam mit einem Glas Champagner an.

"Was ist das für ein gutes Gefühl endlich von ihm los zu sein und ich kann endlich wieder ich sein."

Nach drei Jahren Trennung von meinem Mann, bin ich nun seit letztes Jahr geschieden und habe das alleinige Sorgerecht für meine beiden Kinder bekommen. Mein Exmann war nicht bei der Scheidung, und auch beim Sorgerechtsprozess nicht anwesend. Stefano, mein Exmann und Vater meiner Kinder, hätte sich trotzdem während unserer Trennung um unsere beiden Kinder bemühen können, und den Kontakt sowie das Interesse zu Ihnen zu zeigen.

Ein Ratschlag von mir, wie es im Idealfall sein sollte

*Eltern sollten auch nach einer Trennung und Scheidung genauso gut als Eltern für Ihre Kinder funktionieren. Schließlich haben sie ja auch nichts mit der Trennung und Scheidung ihrer Eltern zu tun, und dabei sollte man sie auch rauslassen.

*Die Bedeutung von Vater und Mutter für ihre Kinder, ergibt sich aber nicht aus der Aufgabenverteilung zwischen Vater und Mutter, sondern aus deren Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung.

*Gehen die Eltern wohlwollend und respektvoll miteinander um, dann erleben 63% der Kinder ihre Beziehung zum 2. Elternteil als eng und herzlich. Im Interesse des Kindes läge es, das Kind aus dem Elternkonflikt zu entlassen, anstatt durch Versuche, seinen Willen zu erkunden, in den Konflikt einzubeziehen.

*Aus einem Paar, das einmal eine Liebesbeziehung verbunden hat, müssen Partner werden, die in der Lage sind, eine gemeinsame Aufgabe miteinander abzuwickeln.

Wo ist der Vater meiner Kinder?

Mein Exmann ist seit der Trennung bis heute untergetaucht, ohne polizeiliche Anmeldung, kein Telefonkontakt. Ich weis nichts von ihm. Er verweigert auch jeglichen Kontakt zu mir. Nur leider belastet mich immer wieder, dass unsere beiden Kinder sehr unter dieser Situation leiden. Besonders unser Großer leidet unter diesem nicht vorhandenem Interesse seines Vaters.

Bereits als 3 Jähriger erlebte er immer wieder, wie sein Vater mir gegenüber handgreiflich wurde, und er selbst bekam es öfters zu spüren, als mir lieb ist. In Folge dieser psychischen Misshandlung wurde das Verhalten meines Sohnes zu tiefst gestört. Auch der Jüngere litt sehr unter seinem Vater während der Trennung, vor allem wegen mangelndes Interesse zu ihm.

Was zwischen seinem Vater und mir lief, hatte mein großer Sohn für sich versucht daran zu arbeiten und auch gelernt mit der Situation umzugehen, dass seine Eltern getrennt und geschieden sind. Auch der Kleine lernte mit dieser Situation umzugehen.

Das erste Sylvester als geschiedene und alleinerziehende Mutter im Jahr 2013

Bei dem Versuch etwas Laune in die Wohnung zu bringen, Deko an die Wände, passende Musik, einfach alles schön vorbereiten, passierte mir ein Missgeschick. So ungeschickt wie ich nunmal bin, stellte ich mich auf einen Drehstuhl um an die obere Kante meines Wohnzimmerschrankes zu kommen. Ich fiel runter und prellte mir den Hintern.

Der Große total geschockt, der Kleine bekam einen Lachanfall und ich selber konnte auch nicht anders als über mich zu lachen. Der Große rief schnell meinen Bruder Marcus, der selber nicht wusste was er machen solle, verwirrt wegen der Situation, fing er kurz darauf aber auch an zu lachen.

"Man sollte den Kindern immer ein gutes Vorbild sein"

Das Feuerwerk stand nun bevor

Am Abend dann als sich das Jahr dem Ende neigte, saßen beide Kinder im Wohnzimmer. Die Kinder fieberten dem Feuerwerk schon entgegen. Es war alles ganz normal und wir warteten bis es 24:00 Uhr war, um anzustoßen, das neue Jahr 2014 zu feiern.

Ich war mit meinem Bruder Marcus und meiner damals neu gewonnen Familie, die Großeltern Birgit und Klaus zusammen auf dem Balkon, wir machten uns lustig über die Leute die viel zu früh anfingen ihr Feuerwerk zu verbrennen.

Als ich das Wohnzimmer wieder betrat, hörte ich wie mein Großer "Papa" sagte. Ich war geschockt und überrascht. Hatte sich mein Mann doch gut 3 Jahre lang nicht mehr gemeldet, meine Kinder haben langsam angefangen die Situation zu verarbeiten und richtig mit ihr um zu gehen.

"Der Vater soll es dem Kind, das er mal gezeugt hat, selber erklären, dass er momentan kein Interesse oder was auch immer an seinem Sprößling hat. Soviel Restanstand sollte doch bei ihm vorhanden sein, wenn er schon den Kontakt abbrechen will."

Mein Exmann Stefano war am Telefon und sprach mit meinen Kindern, machte ihnen Hoffnungen. Er machte die tpyischen Fehler, er log das blaue vom Himmel: "Ich kaufe euch Dies, ich kaufe euch Jenes. Wir sehen uns bald". Ich nahm das Telefon sehr schnell an mich, dachte ich doch nie daran das Stefano anrufen würde. Mein Sohn spiele lediglich mit dem Handy, wer hätte das schon ahnen können. So hätte ich das verhindern können.

"Seit diesem Tag leidet er unter Depressionen und Angststörungen"

Bald darauf stand der Geburtstag meines kleineren Sohnes an. Mein Exmann ließ nicht locker, streute noch einmal Salz in die frische Wunde des Großen. War ihm der Kleinere der beiden doch eigentlich immer egal, rief er an, um ihn zu seinem Geburtstag zu gratulieren.

Ich habe das natürlich sofort versucht zu unterbinden, da ich bereits wusste, dass mein Größere sich immer gewünscht hatte, dass sein Vater ihm auch an seinen Geburtstagen gratulieren würde, nur einmal an ihn zu denken, auch ohne Geschenke. Er vermisste seinen Vater nämlich sehr.

Zu diesem Zeitpunkt kochte in meinem großen Sohn die Wut über, und er fing an, aggressiv zu werden, darüber hinaus bekam Minderwertigkeitskomplexe, das dadurch auch Verhaltensstörungen zum Vorschein kamen. Das war für mich sehr belastend und traurig mit dieser Situation umzugehen, meinen Sohn so leiden zu sehen.

Da ich dann leider keinen Ausweg mehr sah, nahm ich erneut wieder Kontakt zu meiner Erziehungsberatungstelle auf, um mir aus dieser auswegslosen Situation rauszuhelfen, gegeben falls einen guten Rat zu holen. Diese riet mir auch dann gleich, mit meinem Sohn zu einer Kinderpsychologin zu gehen, und sie gab mir auch gleich eine Adresse zu dieser. Diesen Rat habe ich auch ernsthaft befolgt, da mir das Wohlergehen meines Sohnes sehr ernst ist und seine Gesundheit für mich, als seine Mutter, immer erste Priorität hat.

Bei dieser Kinderpsychologin besucht mein Sohn jetzt regelmäßig eine Therapie, damit er verarbeiten kann, was er an seinen schlimmen Erfahrungen gesammelt hatte, und lernt auch dort mit bestimmten Situationen, die ihm widerfahren können, umzugehen. Traurig ist, dass mein Sohn durch die Situation von seinem Vater, sein Selbstwertgefühl und das Vertrauen zu seinem Vater verloren hat, und das wieder erlangen muss.

Da die Kleinen die Welt um sich herum ichbezogen wahrnehmen, suchen sie die Schuld für die Trennung der Eltern bei sich selbst. Daher ist ihr Vertrauen in die Stabilität von Beziehungen tief erschüttert. So verwundert es nicht, dass die Kleinen in dieser Situation stark verunsichert reagieren, unter Angst und Schuldgefühlen leiden, in bereits überwundene Verhaltensweisen zurückfallen, oder auch plötzlich aggressiv reagieren

Auch wenn nach einer Trennung vieles anders ist und Sie wegen einer aufgenommenen Berufstätigkeit oder Ihrer angeschlagenen psychischen Verfassung eher weniger Zeit für Ihr Kind haben, sollten Sie versuchen, trotzdem immer wieder Extra-Zeit für Ihr Kind zu reservieren. Denken Sie außerdem daran, dass Ihre Familie nicht nur aus Vater, Mutter und Kindern besteht: Der Kontakt zu Großeltern sowie anderen Verwandten von Mutter und Vater hilft Ihrem Kind, seine Wurzeln nicht zu verlieren.

Tja wie ich schon sagte, leider weiß ich nichts von meinem Exmann, wo er lebt, arbeitet, auch kein Telefonkontakt gibt es. Es kam trotzdem dazu, das ich ihm plötzlich, als ich in der Stadt war, in einem Lokal als Kellner sah. Darauf hin sprach ich ihn an, warum er bisher keinen Kontakt zu den Kindern gezeigt hatte. Ob er sich Klar ist, was er mit diesem Anruf alles in seinem grossem Kind zerstört hatte, und er deswegen eine Theraphie besucht, war ihm egal. Seine Reaktion darauf war so erniedrigend für mich, das ich innerlich weinen musste, aber auch innerlich vor lauter Wut kochte.

Da Stefano nach wie vor die alte Adresse benutzte, in der ich mit meinen Kindern und meinem Bruder Marcus wohne, flogen immer wieder die Kündigungen von seinen Arbeitgebern ins Haus. Da mir immer erfahren habe, das mein Exmann mal hier, und dort arbeitete, nur immer in kurzen Abständen, unangemeldet sich in München aufhielt, nahm ich an, dass er sich nur um den Unterhalt seiner Kinder drücken wollte.

Mein Exmann hatte mich natürlich gleich bei seinen Rechtsanwalt angeschwärzt und mich als Stalkerin bezeichnet. Von ihm hatte ich die Antwort bekommen, dass er gegen mich Beschwerde bei Gericht beantragen will, weil ich meinem Exmann nachstellen würde. Er drohte natürlich gleich mit einer Strafanzeige. Ich sollte doch, wenn ich irgendwelche Ansprüche gegen seinen Mandanten hätte, mich schriftlich an ihn wenden. Das hatte ich auch getan. Auf eine Antwort habe ich lange gewartet.

Diese Antwort lautete, dass mein Exmann jetzt ein Umgangsrecht bei Gericht gegen mich beantragen möchte, aus dem Grund, weil ich ihm die ganzen Jahre seit der Trennung die Kinder angeblich verweigert hätte.Auch würde er eine Klage wegen Unterhaltsanspruch gegen mich einleiten wollen. Schon eine Frechheit, was in dem Kopf von meinem Exmann rumgeht. Vor allem was mich störte, dass dieser Rechtsanwalt offenbar so naiv war, meinem Mann alle seine Storys von ihm abgekauft hatte.

"Dann frage ich mich, wenn das seiner Meinung so wäre, warum er dann nicht einmal übers Familiengericht oder Jugendamt sich bemüht hat, den Kontakt zu seinen Kindern herzustellen?"

Ich kann mir nicht vorstellen, was in seinem Kopf vor gehen muss, dass er glaubt, mit solch lächerlichen Unterstellungen vor Gericht gegen mich durchzukommen. Nicht ohne Grund hat mir das Familiengericht und das Jugendamt das alleinige Sorgerecht unserer beiden Kinder zugesprochen. Er hat seit der Trennung von mir, bis jetzt nicht einmal Unterhalt an seine beiden Kinder gezahlt, und auch zu ihnen keinen Kontakt gesucht.

"Nur weil ich alles sage, was ich denke, ihn für alles fertig mache, für das was er mir alles angetan hatte, bin ich alles für ihn, nur nicht gut genug. Aber irgendwann kommt der Zeitpunkt, und ich bin dran, und dann wird es für ihn richtig ungemütlich"

Dazu muss ich noch sagen, dass ich vom Jugendamt erfahren hatte, dass seine vermeintliche neue Lebensgefährtin von ihm, mich beim Jugendamt angeschwärzt hätte. Sie hat mir vorgeworfen, das sie und mein Exmann meine Kinder total verwahrlost auf der Strasse aufgefunden hätte. Ich wäre eine Alkoholikerin. Auch würde ich ihn jeden Tag in seiner Arbeit nachstellen.

Diese vermeintliche Lebensgefährtin hat meiner Meinung nach, nicht das Recht, sich in die vergangene Beziehung mit einzumischen, da sie nicht die Mutter seiner Kinder ist, sondern "ICH" Sie sollte besser die Klappe halten.

"Er hält kein Kontakt zu den Kindern, zahlt nicht, taucht unter, und unterstellt mir sowas? Wie demütigend ist das? "

Als Mutter von meinen Kindern, die ich über alles Liebe, und um keinen Preis der Welt hergeben möchte, bin ich die diejenige, die sich wirklich um die Kinder kümmert, und sogar das Jugendamt sieht es so. Warum hätten die mir wohl das alleinige Sorgerecht zugesprochen? Das bekommt man nicht einfach so. Ich ermögliche alles für meine Kinder, und versuche, dass es ihnen immer gut geht und sie gesund bleiben. Trotzdem bereue ich die Entscheidung nicht, dass ich mich von dem Vater meiner Kinder getrennt habe.

"Ab jetzt schaue ich nur noch nach vorn, denn meine Kinder geben mir die Kraft dazu."

Wenn Partner gemeinsam ein Stück des Lebens zusammen gegangen sind, ist es das Beste, den Trennungsprozess gemeinsam zu gestalten und human auseinander zugehen. Gerade wenn es gemeinsame Kinder gibt, die einen weiterhin verbinden

Dazu noch meine Meinung, warum eine Beziehung scheitern kann.

*Wenn man sich mit dem Partner nicht frei fühlt sondern eingeengt.

*Wenn man Angst hat, vor dem Anderen seinen Ärger oder auch seine Ängste zu zeigen, aus Sorge der Partner könnte schmollen, wütend werden oder gar Dinge beschädigen, ist die Partnerschaft kein sicherer Ort. *

*Manchmal hat sich ein Partner schon aus der Beziehung verabschiedet, ohne es richtig zu bemerken.

*Anzeichen dafür sind Entscheidungen und Pläne, die einer trifft, ohne den anderen mit einzubeziehen.

*Es gibt viele Varianten, dem Partner respektlos zu begegnen. Zum Beispiel, wenn man meint, den Partner erstmal erziehen zu müssen.

*Andere zeigen, dass sie den Anderen für dumm halten, oder sie machen seinen Geschmack lächerlich.

*Alle Arten der Respektlosigkeit führen dazu, dass sich der Betroffene gedemütigt fühlt – ein Zeichen dafür, dass die Beziehung nicht in Ordnung ist.

*Ist der Eine ein häuslicher Typ, der Andere möchte jeden Abend etwas unternehmen, führt das zu Konflikten, wenn das Paar es nicht schafft, Kompromisse zu finden.

Mein Tipp:

Lassen sich wichtige Lebensziele nicht vereinbaren, ist eine Trennung möglicherweise langfristig die glücklichere Entscheidung.

Selbsterkenntnis ist der erste große Schritt

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Alles Gute! Bis Bald

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DOREEN ZNAIDI

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Kommentare

Admin Foto: willma... / photocase.com
30|06|2014, 10:59

no more stories

  • Ein Sandkorn
    Man nehme eine Hand voll Sand am Strand, betrachte ihn und jetzt ein einzelnes Sandkorn.
  • Wort für Wort
    Zeige mir, wie du sprichst, und ich sage dir, wer du bist.
  • Faceblock
    Anfangs war ich ein Fan. Dann fanden mich Freunde. Dann wurde ich Freund. Bis mir widerfuhr die Willkür der Betreiber. Schade darum. Vieles ging verloren im Netz. Nun bin ich hier.

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