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„Manchmal gehst du mir wirklich auf die Nerven, mein Schatz!“?Natürlich spreche ich diesen Satz nicht laut aus, aber ich denke ihn zum wiederholten Mal, während ich versuche, mich auf die Fahrbahn zu konzentrieren. Es ist dunkel und es regnet in Strömen.?Im Prinzip macht es mir nichts aus, dich nach einer Feier mit den Kumpels abzuholen, schließlich tust du das auch für mich, aber statt weinselig vor dich hin zu dösen und mich fahren zu lassen, machst du Blödsinn. Textest mich zu, fummelst an der Gangschaltung herum, betätigst die Hupe.?„Ich hasse das! Wirklich!“?„Was hasst du?“ Ups, dieses Mal habe ich doch laut gesprochen. ?Ich komme nicht mehr dazu dir zu antworten, denn plötzlich steht ein Mann am Straßenrand. Er ist groß und dürr und ganz bleich. Von ihm geht eine eigenartige Bedrohung aus. Obwohl ich ihn nur einen kurzen Augenblick im Scheinwerferlicht sehe, weiß ich, dass er uns nicht erwischen darf, denn dann geschieht etwas Furchtbares.?Also gebe ich Gas, versuche so schnell wie möglich hier wegzukommen. Doch eigentlich ist mir jetzt schon klar, dass die Flucht sinnlos ist. Er wird uns überall finden.?Du hast wohl das Gleiche gespürt, denn du bist plötzlich völlig ernst und ziemlich blass um die Nase.?So fahren wir eine ganze Weile weiter, schweigend. Fast wäre es mir lieber, du würdest herumkaspern.

Schließlich kommen wir in eine Stadt. Merkwürdig, vorhin war es noch ganz dunkel, jetzt ist heller Tag. Die Sonne scheint und alle Leute laufen geschäftig hin und her.?„Schau mal, da vorne ist Markt, den sehen wir uns an.“ Mit dem hellen Sonnenschein sind die dunklen Gedanken verschwunden und wir steigen aus. Du nimmst meine Hand, wie so oft, und wir schlendern die Straße hinunter.?Doch plötzlich läuft es mir eiskalt den Rücken hinunter. Ich kann ihn spüren, noch bevor ich mich umgedreht habe. Richtig, da steht das bleiche Klappergestell. Direkt hinter uns. Wortlos starrt er uns an und ich werde trotz des kalten Grausens, das mich erfasst, wütend. Verdammt, kann der komische Typ uns nicht in Ruhe lassen! Was will der von uns?

Die Erkenntnis trifft mich wie ein Keulenschlag, denn plötzlich weiß ich, was er will. Mich! Er ist der Tod, der mich holen will. Mit dieser Erkenntnis verschwinden meine Angst und auch die Wut. Resignation macht sich breit, denn ich bin sicher, dass ich ihn nicht abschütteln kann, dass er mich nicht davon kommen lässt.?So trete ich vor ihn hin und reiche ihm meine Hand. Er schüttelt stumm den Kopf und schaut zu dir. Entsetzt versuche ich ihm den Weg zu versperren. Das ist nicht richtig. Er will doch mich! Er soll mich mitnehmen.?Doch er lässt sich nicht beirren, geht zu dir, nimmt deine Hand. Du schaust ihm wie in Trance ins Gesicht. Wirst immer durchscheinender, bis ich dich nicht mehr sehen kann. ?Die Trauer ist unbeschreiblich. Ich bin ganz leer, denn mit dir ist ein Teil meines Lebens verschwunden. Und ich bin allein, habe mich noch nie so verlassen gefühlt. Um mich herum wuseln die Menschen hin und her, haben scheinbar gar nichts bemerkt. Merken auch nicht, dass ich in die Knie gehe, mich ganz klein mache und weine.

„Ist ja gut, du hast einen schlechten Traum, ich bin ja hier.“ Du nimmst mich in den Arm, tröstest mich, denn ich weine immer noch, komme erst langsam wieder an die Oberfläche.?„Ja, du bist hier, bei mir!“ Ich lege meine Arme ganz fest um dich, spüre dich intensiv, Körper an Körper. Dein Herz klopft an meiner Brust, deine Arme umfangen mich.

Ich spüre dich leben und bin unsagbar glücklich.

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Kommentare

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    „Was ist das: Liebe, ein gemeinsames Leben?", fragt der kleine Prinz. „Wie geht das, was ihr Beziehung oder Partnerschaft nennt?"
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    Streit und Versöhnung sollten ganz nah bei einander sein.
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    Einmal Luxus pur, das Gefühl von Seide auf nackter Haut erleben...
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    Mein Mann und ich waren am 13.11. in Paris - wir haben einen Schutzengel gehabt. Dies ist sein Text dazu - ich bin im Moment noch nicht in der Lage etwas darüber zu schreiben ...
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    Sven will mit seiner Tochter ein Gespräch von Papi zu Lialein führen. Das ist mit einer 16jährigen nicht einfach...
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    Was tun, wenn die Gynäkologin feststellt, dass frau schlechte Hormone hat???
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  • Seelenspiegel
    „Manchmal“, sagt sie „schneide ich Zwiebel nur um weinen zu können.“ Ein Zigarettenstummel klebt an ihren rauen Lippen.
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    Vier Briefumschläge halte ich in der Hand. Welchen soll ich nehmen? Es fröstelt mich und meine Finger sind kalt und steif. Der Wind, es ist Oktober, bläst eisig und stürmisch.

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